Die Fachsprache des Rechts

Eine linguistische Analyse am Beispiel des Nachbarschaftsgesetzes für Sachsen-Anhalt

Hauptseminar von Prof. Dr. Karin M. Eichhoff-Cyrus am Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die Forderung nach der allgemeinen Verständlichkeit des Rechts, nach der transparenten Gestaltung von Rechtsnormen in einer demokratischen Gesellschaft wird nicht nur von juristischen Laien, sondern auch von den bei der Anwendung damit befassten Juristinnen und Juristen erhoben. Die Sprache des Rechts ist jedoch auch eine Fachsprache, die der optimalen Verständigung der Fachleute über Rechtssachverhalte dient. Dazu kommt, dass bei Gesetzestexten nicht auf Präzision verzichtet werden darf. Folge ist häufig ein Zielkonflikt. Die Arbeit an der Sprache von Gesetzen ist daher eine Gratwanderung, bei der nicht zuletzt berücksichtigt werden muss, an wen sich ein Gesetz richtet.
Nach einer Einführung in die Fachsprachenforschung und einer Sprachanalyse des Nachbarschaftsgesetzes befasst sich das Seminar mit der Frage:
Welche Strategien können aus linguistischer Sicht entwickelt und empfohlen werden, um Rechtstexte verständlich und effektiv zu machen?
Am Beispiel des Nachbarschaftsgesetzes sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden.