Trendumfrage: Einstellungen der Justiz zur Rechts- und Verwaltungssprache
Müssen rechtssprachliche Texte jeder Bürgerin und jedem Bürger verständlich sein? Sollten sich Behörden in ihren Schreiben einfacher ausdrücken? Haben Juristinnen und Juristen selbst Probleme damit, amtliche Schreiben von Behörden leicht zu verstehen? Welche Verbesserungsvorschläge gibt es?
Vom Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde bei Angehörigen des Rechtswesens eine Trendumfrage durchgeführt:
»Einstellungen der Justiz zur Rechts- und Verwaltungssprache«
Die vorgestellten Ergebnisse beleuchten die seit mehreren Jahren bestehende Diskussion der Rechts- und Sprachwissenschaft darüber, ob die Rechtssprache auch für juristische Laien verständlich sein sollte und inwieweit Verständlichkeit von Rechtstexten ein demokratisches Bürgerrecht ist.
Die Ergebnisse der Trendumfrage wurden in der GfdS-Publikation Der Sprachdienst 5/09 abgedruckt und stehen ebenfalls als PDF zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Repräsentative Umfrage: Einstellung der Deutschen zur Rechts- und Verwaltungssprache
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e. V. (AsKI) und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Zentrums für Rechtslinguistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durch das Institut für Demoskopie Allensbach eine Umfrage durchgeführt zum Thema:
»Wie denken die Deutschen über die Rechts- und Verwaltungssprache?«
Herausgegeben wurde die Broschüre zur Studie von Prof. Dr. Karin M. Eichhoff-Cyrus (Gesellschaft für deutsche Sprache), Prof. Dr. Prof. h. c. Gerd Antos (Zentrum für Rechtslinguistik) sowie Dr. Rüdiger Schulz (Institut für Demoskopie Allensbach).
Die Untersuchung zeigt, wie die Bevölkerung die Verständlichkeit der Rechtssprache einschätzt. Im Vordergrund stehen dabei sowohl die Verständnisprobleme, die beim Lesen solcher Texte auftreten, als auch der Stellenwert in der Sprachgemeinschaft, diese Verständnisbarrieren abzubauen.
Die Broschüre kann gegen einen adressierten und frankierten Rückumschlag bei der Gesellschaft für deutsche Sprache kostenlos angefordert werden. Verwenden Sie dazu bitte pro Exemplar einen B5-Umschlag frankiert mit € 0,85 (Inland) bzw. überweisen Sie ein Versandentgelt von € 5 (Ausland) auf das Konto der GfdS.
Zeitschrift zum Thema »Rechtssprache«
Die Ausgabe 3/09 der sprachwissenschaftlichen Zeitschrift Muttersprache, herausgegeben von der Gesellschaft für deutsche Sprache, wird sich in mehreren Aufsätzen ausschließlich der Rechtssprache widmen.
Aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Angela Kolb: Grußwort
- Jan Engberg: Durchschaubarkeit durch Vielfalt – Vorteile eines mehrsprachigen Rechtssystems und ihre linguistische Beschreibung
- Elke Schade: Vertragen sich europäische und deutsche Rechtssprache? – Leidensdruck bei der Umsetzung von EU-Recht
- Rudolf Muhr: Die Unterschiede in der Rechtsterminologie Österreichs und Deutschlands und die Folgen für die Rechtssprache Deutsch im Rahmen der Europäischen Union
- Rebecca West: English only? – Nicht im Europaparlament!
- Jan Iluk: Probleme der Vermittlung der deutschen Rechtssprache
- Rainer Wimmer: Zur Verflechtung von Spracharbeit und Rechtsarbeit in der EU
Auf den Seiten der GfdS können die Abstracts der Beiträge eingesehen werden.